Das neue Ätheaneum oder die Erinnerung an alte philosophische Meister

 

4.

Wie sprach einst Nietzsche:
Ich bin wie Dynamit,
doch was geschah ist allen klar,
durch seinen Wagemut und seinen großen Wahn
ex- nein implodierte er
und wußt am End von gar nichts mehr!

6.

Der Aphorismus, den ich schreibe,
schreib ich aus der Lebenslust,
denn was der Kant einst meinte macht mir Frust!
"Das taugt nur in der Theorie",
er meinte Lebensphilosophie,
und hielt sein Weltmodell für etwas besseres.
doch, daß das auch zur Praxis nutzt,
das wußt er nicht, daß das aus dem Bauch heraus geschieht,
und den Lebensmut beseelt,
das ist doch was bei einem Aphorismus zählt!

7.

Novalis meinte einst der Wahn lebe vom Wahren,
die Wahrheit lebt ihr eigenes Leben,
deshalb sollst Du für Deinen Wahn in Dir streben,
um Wahrheit wahrlich zu erkennen,
mußt den Trug in Dir benennen,
auf daß Du kannst das Wahre lieben
und den wahren Wahn, so nenn ich ihn, zu Leben,
dafür muß der Lebensphilosoph auf ewig streben!

11.

In der Götzendämmerung hieß es einst:
Wir haben keine Professoren und Schriftsteller mehr,
der Autor nennt das ganze dekadent
und das finde ich schon immanent
wichtig, daß das einer sagt,
denn ich fühl dasselbe, wie der Hammerphilosoph,
auch ich finde in unserer Gesellschaft vieles doof!
Doch es ist so wichtig das zu sagen
und deshalb will ich auch darüber klagen:
Der Mensch von heut, der ist so konservativ,
darum fordere ich, werdet wider kreativ
und lernt und lehrt für Euer Leben,
schreibt wieder für uns alle,
lebt und strebt mit gutem Willen,
lernt Lieben wie ein Humanist,
Streben sollt Ihr ohne List!

 

16.

Mit Schizophrenie beginnt die Kunst,
daß sagt jedenfalls Hesse
und beruft sich auf ein Stück seiner Geschichte,
da er selbst einst erlebte,
wie es ist für einen kurzen Momente dies zu sein!
Ich selbst kann dies gut verstehen,
deshalb will ich diese Tatsache nicht verdrehen
und zu dem Kommentar Hesses stehen!
Doch es gilt diesen Gedanken auszubauen
Und dies will ich mich nun trauen:
Magie,
Schizophrenie,
sind Synonyme
und deshalb fehlt bei Hesses Auspruch der Versuch
beides zu vereinen:
Mit Magie beginnt Schizophrenie und Manie.
Aus alledem entsteht dann das Genie
und dieses wird zur Kunst
es entsteigt aus dem Dunst nicht der Verrückte,
sondern der Entzückte,
der die Kunst zu bändigen weiß,
deshalb muß der Mensch in sich
ein wenig ein Verrückter sein,
damit die Welt erleuchtet wird vom Künstlerschein!

 

17.

"So will es der Träumer"
heißt es einst von Benjamin dem marxistischen Ästhet.
Der Träumer träumt den ewgen Traum
von Gleichheit, Brüderlichkeit,
doch diesen Gedanken gibt der heutige Mensch keinen Raum,
da er lebt und ist bestrebt,
einfach und nicht kompliziert,
die Weltgeschichte inszeniert
und niemals für den andern will und kann
deshalb wurde der Gedanke irgendwann
zur Utopie erklärt,
da jeder sich vom andern mehrt!
Ich selbst bin kein Kommunist,
eher Humanist
und weiß um die Zustände dieser Welt
lebe nicht allein für Geld,
eher für den romantischen Held,
für den Anbeginn eines neuen Traums,
doch der wird wohl auch zur Utopie,
da er ähnlich wie die Kritische Theorie
kämpft für die Menschlichkeit, das höchste Gebot
und dieses ist ja wohl schon lange tot!
Doch ein Traum bleibt ein Traum,
der Traum eines Träumers, eines Ästehets,
der stets zu Träumen weiß
und glaubt an jede Utopie.
Dies nennt man dann im Volksmund: Philosophie

 

27.

Schöne neue Welt,
daß war nur Utopie,
daß Menschen gezüchtet, abgerichtet leben
und das es eine Gesellschaft wird geben,
die durch Soma glücklich wird.
Huxley malt ein schaurig Bild für unsere Zukunft,
doch was heißt schon Utopie,
wenn heut geklont wird, mit genetischen Mitteln
und der Mensch sich selbst erstellen kann
und irgendwann
unsterblich wird?
Vielleicht gibt es bald die schaurig schöne neue Welt
Für Geld....?

 

31.

Ein neuer Humanismus muß zählen,
der durch die Zeit des Vergangenen neu gebärt,
was den Menschen ewig ehrt,
denn wie lebt man heute,
und wie Morgen,
macht darüber sich denn keiner Sorgen?
Vom Vergangenen ist zu Borgen,
aus philosophischer Sicht,
denn im Vergangenen liegt das Licht,
daß die Welten überstrahlen kann
und irgendwann
wird dann die Welt wieder zum Paradies
und nicht nur dies:
Die Welt in der die Utopie regiert,
wird und kann zum phantastischen werden!
Doch wenn jetzt einer frägt von welch Vergangenem ich rede:
Von den Epochen in denen der Mensch
Zum Menschen wurde,
vom Idealen der Magie,
weg von Diktatur und Monarchie!
Leben soll der Mensch doch heute,
mit des Wahnsinns fetter Beute,
mit gutem und gegebenem,
mit dem Eid des Liebens,
nicht mit Gewalt und Krieg,
sondern mit Gottes höchster Kraft,
mit der Gewalt der Liebe Deiner Seele,
ich hoffe ein jeder stähle.... ....sich darin,
dies ist der Aufruf zum humanitären Neubeginn!

 

33.

Meine Schwermut steigt gegen mich auf,
Geboren aus Geheimnissen der Frühe,
bin ich wer ich bin,
als ich das Licht einer wunderbaren Einsicht zu sehen bekam
und plötzlich mehr als ein Tiefgelehter weiß:
Die Erklärungen haben ein Ende,
denn in den Hallen der Großen ist mein Herz zu Haus,
nun weiß ich alles liegt zu unsern Füßen
und die Geister der Nacht sind nun erwacht.
Ich bin nur ein kleiner Zauberlehrling,
der nun zu verstehen sucht,
was das Wesen der Wahrheit zu sein vermag,
was Haben und Sein,
was klar und rein
in den Büchern der Weisheit steht,
womit die Welt seit Jahrtausenden lebt.
Vom Seienden und dem Wesen bekam ich zu hören,
vom Coito ergo sum,
von glasklarer Geometrie,
von der hyperpolitischen Manie,
in Sphären bin ich aufgestiegen
und weiß nun so will es der Träumer,
und noch viel mehr kenne ich jetzt,
von der Erhebung des Endlichen,
vom Wesen der Dinge
und trotzdem bin ich ein unwissender Philosoph,
doch meine Wissenschaft sei menschlich,
die Philosophie unendlich!

 

34.

Ich weiß, daß ich nichts weiß,
denn Wissen ist mehr als ein weitläufiges Geschäft.
Wissen ist Macht,
wie ein nördliches Moabit, eine Illumination
der Gedanken zum guten hin,
es ist die Antwort des Lebens,
des Gebens und Nehmens.
Es geht hier nicht um die praktische Vernunft,
vielmehr um Verstand,
um die Gefühls und Geisterwelt,
denn für den Philosophenheld
ist Wissen wonach er strebt,
daß Wissen der Wahrheit,
die Einsicht und Klarheit.
Weit mehr als ein weitläufiges Geschäft.
Wissen ist Mühe, Dunkel wie krachendes Eis,
so unerforscht geheimnisvoll,
Philosphie ist ein Entweder Oder,
ein Schweben zwischen Himmel und Hölle,
doch nur der Wissende wird belohnt,
nur der in dem ein Hauch von Wahrheit wohnt!

 

35.

Ich werde Euch den Übermenschen lehren,
Ich bin wie Dynamit,
hochexplosiv und impulsiv,
verehre ich die Götter des Olymp,
doch Gott schrie vom Himmel herab:
Daß ihn der Teufel hole,
und so macht er den Ecce homo stumm,
und dieser ist nun jenseits von Gut und Böse,
lebte er am Anfang wie ein Gott unter den Menschen,
wie eine Art Maschine schrieb
und arbeitete sein Genie,
doch am End verlor er sein vertragendes Denken,
die Antwort des Lebens.
Sieh da, der Mensch fiel um des Pferdes Hals,
sein Geist zum absoluten verdunkelt.
Nun sitzt er am warmen Winterofen
Und versteht sein eigen Geist nicht mehr,
Weiß nicht mal wer er ist:
Wer bin ich fragt seine Seele,
doch sein Verstand versteht es nicht.

42.

Warum darf man nicht Altes neu verwenden?
Alte Philosophien neu erbauen und erweitern?
In der Geschichte aller Wissenschaften,
sei es vom Seienden oder vom Literarischen her,
gab es schon genügend gute Ideen,
die sich lohnen würden, wenn sie wieder von vorne entstehn.
Auch kann man verschiedene alte gute Dinge verbinden
Und damit eine Art "Weltformel" finden!
Die heutigen Philosophen und Schriftsteller werden sowieso
Niemals an die Erkenntnisse der Alten herankommen
Und sie überflügeln.
Warum gibt es nicht Philosophen die aus altem Neues machen,
die alte Wahrheiten neu ins Leben rufen,
denn was die alten einstig schufen,
wird ewig besser sein,
so fordere ich baut nicht unsinnige neue Ideen,
lebt von den alten,
die früher die Welt mit Glück verwalteten!

43.

Die Aufklärung brachte viele guten Dinge,
doch auch schlechte Ideen,
die dann im Verlaufe der Geschichte untergehn.
Nun Leben wir wieder in einer aufgeklärten Zeit,
die viel gutes und doch schlechtes birgt,
wann wird aufgeklärtes verwirkt?,
Wann fordert der Mensch nur noch gute Dinge?
Wann entwickelt sich die Welt nun weiter?
wann entsteht ein neues Leben,
eine neue Epoche?
eine Änderung die Wünsch ich mir,
daß Menschen ihre Zeit verändern,
so wie es früher öfters war,
daß Epochen anfingen, gingen...